Börsen-Grundlagen für Anfänger(2) – Fonds und ETFs

Paket

Fonds

Was ist ein Fonds?

Einen Fonds kannst du dir wie ein Paket mit verschiedenem Inhalt vorstellen. Welchen Inhalt das Paket hat, kommt auf die Fonds-Variante an. Ich gehe nur auf Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds und Mischfonds ein, da diese am meisten verbreitetet sind.

Welche Arten von Fonds gibt es?

Aktienfonds

Bei einem Aktienfonds wird dein Geld in einen Topf mit verschiedenen Aktien investiert. Bedeutet also, du kaufst nicht nur eine einzige Aktie, sondern gleich ein ganzes Paket voller Aktien. Mithilfe dieser Aktienpakete diversifiziert du auch gleich dein Depot (Depot = Aufbewahrungsbox für Aktien). Diversifizieren bedeutet, dass du nicht dein ganzes Geld in eine Aktie steckst, sondern es sinnvoll aufteilst. Denn nichts ist ärgerlicher, wenn der Aktienkurs fällt und dein Geld zunichte macht. „Nie alle Eier in einen Korb legen“ ist das Sprichwort der Sprichwörter in Sachen Investieren. Aber zurück zu unseren Paketen.

Es gibt verschiedene Arten dieser Aktienpaketen. Du hast beispielsweise die Wahl zwischen Paketen, welche nur deutsche Aktien enthalten oder du kannst gleich die ganze Welt abdecken, indem du dich für einen Weltpaket entscheidest.

Damit dein Paket optimale Gewinne erzielt, wird es von einem Mitarbeiter der Bank oder Versicherung gemanagt. Das Ziel dieses Managers ist es, deine Rendite zu maximieren. Hierbei versucht er, in die Pakete immer nur die besten Aktien hineinzupacken und die schlechten rauszunehmen. Die Erfahrung zeigt aber, dass das nicht wirklich funktioniert und es sinnvoller ist, in ETFs zu investieren, da die Rendite hier um Welten besser ist. Hierzu kommen wir gleich.

Rentenfonds

Bei Rentenfonds fließt dein Geld in Papiere, die regelmäßig Zinsen auszahlen, wie beispielsweise Anleihen. Bei Anleihen leihst du dein Geld jemandem. Also gibst du quasi einen Kredit. Hierbei wird zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen unterschieden. Bei Staatsanleihen leihst du dein Geld einem Land, z.B. Deutschland und erhältst dafür Zinsen. Selbes Prinzip gilt für Unternehmensanleihen. Je höher die Bonität eines Landes bzw. Unternehmens ist, also je zahlungsfähiger das Land oder Unternehmen ist, desto weniger Zinsen bekommst du. Sehen wir uns einmal ein Beispiel an. Während es für spanische Staatsanleihen derzeit nur 0,39% Zinsen gibt, zahlen die USA weit besser. Hier sind es 2,03%. Quelle: hier 

Den Grund hierbei kann man direkt an der Verschuldung der jeweiligen Länder sehen. Während Spanien „nur“ knapp 1 Bio. Euro Schulden hat, beträgt die Verschuldung der USA knapp 22 Bio. US-Dollar. Stand: 07/2019.

Immobilienfonds

Falls du dich für einen Immobilienfonds entscheiden solltest, landet dein Geld in einem Topf. Zusammen mit dem Geld vieler anderer Investoren wird dann in Gewerbeimmobilien wie Hotels oder Büros investieren. Wenn alles gut läuft, bleibt am Ende mehr Geld übrig, als anfangs eingezahlt wurde.

Mischfonds

Zum Schluss klären wir noch Mischfonds. Hierbei wird in verschiedene Anlageformen investiert. Zum Beispiel kann ein Mischfonds Aktien, Anleihen und ein Immobilien-Investment enthalten. Diesen Mischfonds kann je nach Risikobereitschaft unterschiedlich gewichtet sein. Wer etwas risikofreudiger ist, der investiert in einen Mischfonds mit mehr Aktienanteil. Wer nicht so viel Risiko eingehen möchte, der wählt einen Mischfonds mit etwas mehr Anleihenanteil.

Allgemeines zu Fonds

Fonds können nur bei einer Bank oder der Versicherung gekauft werden.  Allerdings ist das mit hohen Kosten verbunden, da auch die Mitarbeiter der Banken und Versicherungen bezahlt werden müssen. Ich rate ab, sein Geld in die Hand anderer zu geben. Wer sein Geld investieren will, sollte sich selbst damit befassen, in wen und was man sein Geld investiert und nicht sein Geld irgendeiner Bank oder Versicherung in die Hand drücken und hoffen, dass sie Profit daraus schlagen. Menschen gehen mit dem Geld anderer immer „fahrlässiger“ um als mit dem eigenen. Man muss sich hierfür nur anschauen, was mit den ganzen Steuergeldern passiert, die Jahr für Jahr verschwendet werden. Aber da du gerade diesen Beitrag liest, bist du auf einem guten Weg! 😉

Exchange Traded Fund

Was ist ein ETF?

Das waren also die Fonds. Kommen wir nun zu den ETFs. ETF heißt ausgesprochen Exchange Traded Fund. Übersetzt also ein an der Börse gehandelter Fonds. ETFs basieren auf dem selben Prinzip wie Aktienfonds, nur mit dem Unterschied, dass sie an der Börse gehandelt werden und nicht bei Banken oder Versicherungen gekauft werden. Außerdem werden sie nicht wie Fonds gemanagt, sondern bilden einfach nur blind irgendetwas nach. Es gibt beispielsweise ETFs, die nur deutsche Aktien abbilden. Dieser bildet dann beispielsweise den DAX nach. Hierbei haben die Aktien im ETF die selbe Gewichtung wie die Aktien im DAX.

Aber Achtung: Man kauft nicht den DAX selbst, sondern quasi eine Kopie davon! Der DAX selbst ist nur ein Index.

Noch einmal zum Verständnis: Fonds sind Töpfe mit verschiedenen Papieren. Ob diese Aktien, Anleihen oder Immobilienanteile enthalten ist hierbei nicht entscheidend. ETFs sind im Prinzip das Gleiche, nur dass diese an der Börse gehandelt werden und nicht wie Fonds von der Bank verwaltet werden.

Da wir nun grundsätzlich geklärt haben, was ETFs sind, gehen wir jetzt ein bisschen mehr ins Detail. Diese Details spielen in der Kostenfrage und auf lange Sicht eine große Rolle, wie sich diese Entscheidungen auf dein Geld auswirken. Also fangen wir an.

Ist ein ETF besser für mich geeignet als ein Fonds?

Wenn du dich selbst um deine Finanzen kümmern willst, ist ein ETF besser für dich geeignet. Bei einem Fonds gibst du nämlich dein Geld in die Hand anderer und wie du oben bereits lesen konntest, bin ich nicht wirklich ein Fan davon. Du kannst dir bei einem ETF einfach sicher sein, dass dir niemand an dein Geld will, da du dich zu 100% selbst darum kümmerst.

Physischer oder synthetischer ETF?

Bei einem physischen ETF kauft die Fondsgesellschaft die Wertpapiere und gibt sie sozusagen an ihre Kunden – in dem Fall, uns als Investoren – weiter. Wenn du dich für einen physischen ETF entscheiden solltest, kannst du dir sicher sein, dass du die Aktien dann auch wirklich besitzt.

Bei einem synthetischen ETF werden die Papiere nicht gekauft und weitergegeben, sondern wird mit Derivaten geregelt. Ein Derivat wird auch als CFD (Contract for Difference) bezeichnet und hat folgende Funktion: Zwei Parteien schließen einen Vertrag ab und „wetten“ hierbei auf Kursschwankungen. Es gibt Apps wie BUX oder Plus500, mithilfe dessen du solche CFD abschließen kannst. Hierbei kaufst du aber keine „echten“ Aktien, sondern du wettest nur. Bei synthetischen ETFs besitzt du also keine echten Aktien sondern nur ein Derivat bzw. ein CFD. Diese Variante ist in den meisten Fällen billiger, du besitzt allerdings keine echten Aktien.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Der Begriff Thesaurierend klingt wahnsinnig kompliziert, bedeutet aber eigentlich nur „reinvestierend“. Da du bei ETFs Dividenden erhälst, musst du dich zwischen einem Thesaurierenden oder Ausschüttenden entscheiden. Der Unterschied ist hierbei, dass der Thesaurierende die Dividenden – welche meistens jährlich ausbezahlt werden – direkt wieder in neue Anteile von ETFs investiert, ohne, dass man überhaupt etwas mitbekommt, außer natürlich beim Depotstand. Andernfalls zahlt der Ausschüttende die Dividenden direkt auf dein Konto aus.

Für welchen ETF entscheidet man sich nun?

Das ist eine einfache Frage des Geschmacks. Möchte man sehen, dass der ETF einen Gewinn erwirtschaftet, so wählt man einen ausschüttenden. Anfängern wird oft der Ausschüttende geraten, da hier der Lernprozess vereinfacht wird, indem man seine Gewinne auch sieht.

Möchte man lieber schneller Vermögen aufbauen, für den ist die Variante thesaurierend die bessere Wahl. Mit einem thesaurierenden ETF nutzt man den Zinseszins optimal aus. Aber kann man nicht einfach einen ausschüttenden ETF wählen und die Dividende selbst reinvestieren? Das ist auch möglich, aber ist mit zusätzlichen Kosten beim Kauf verbunden (Ordergebühren etc.). Denn während bei einem thesaurierenden ETF alles hinter geschlossenen Türen abgewickelt wird und man davon quasi nichts mitbekommt, muss man sich bei einem ausschüttenden ETF selbst darum kümmern.

Weiter gehts im nächsten Part

Im dritten und letzten Teil geht es um Trading und den Einstieg ins Investieren. Außerdem behandeln wir die goldenden Börsenregeln. Hier kommst du direkt zu Teil 3.

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