Börsen-Grundlagen für Anfänger(1) – Aktien

Straßenschild der Wall Street

In meiner Börsen-Grundlagen für Anfänger Serie wirst du lernen, was Aktien sind, wie Aktienkurse zustande kommen, was Fonds und ETFs sind, Trading, Beginnen zu Investieren und zu guter Letzt wirst du die goldenden Börsenregeln kennen lernen.

Aktien

Was sind Aktien?

Aktien sind Unternehmensanteile. Du stellst dir jetzt vermutlich die Frage, warum ein Unternehmen freiwillig Anteile hergibt? Das hat einen einfachen Grund: Es braucht Kapital. Und dieses Kapital erwirtschaften sie durch den Verkauf von Aktien. Du kannst entweder ganze Aktien kaufen oder mithilfe eines Sparplans einen Betrag festlegen und anhand davon Aktien kaufen. Du legst beispielsweise 25€ fest und erhältst dafür 0,154 Anteile.

Wenn du eine BMW Aktie kaufst, gehört dir ein kleiner Teil des Automobilkonzerns. Wenn du also in einem BMW Autohaus stehst und siehst, wie jemand gerade einen nagelneues Auto gekauft hat, kannst du dich freuen, da die Gewinne des Unternehmens steigen, was die Aktionäre positiv aufblicken lässt.

Wie kommen Aktienkurse zustande?

Aktienkurse entstehen durch Angebot und Nachfrage. Wenn viele Leute ihre Aktien halten, sind weniger Aktien im Umlauf. Bedeutet also, dass weniger Angebot „verfügbar“ ist und der Aktienkurs steigt.

Wenn viele Leute eine Aktie haben wollen, steigt der Aktienkurs rapide an. Bestes Beispiel ist der Bitcoin-Aufschwung Ende 2017. Der Bitcoin ist zwar keine Aktie, aber anhand davon, kann man super Aktienkurse erklären.

Bitcoin Kurs

Viele Leute haben in den Medien vom Bitcoin Wind bekommen und das große Geld gesehen. Da alle den Bitcoin wollten, aber das Angebot davon begrenzt war, ist der Kurs in die Höhe geschossen. Als der Kurs dann den Höchstwert erreicht hat, haben viele ihre Gewinne mitgenommen (ihre Bitcoins verkauft). Also war das Angebot wieder größer und der Kurs ist ein wenig gefallen. Schlussendlich hatten dann alle Angst, der Kurs würde noch stärker fallen, haben dann ebenfalls verkauft, wodurch wieder mehr Bitcoins in Umlauf kamen und das Angebot somit wieder vergrößert wurde. Das Resultat war ein extremer Kursabfall.

Man nennt dieses Szenario auch eine Blase. Wenn alle ihre Aktien verkaufen, „platzt“ die Blase und der Kurs fällt rapide.

Warum sollte man gerade zurzeit Aktien kaufen?

Aufgrund der derzeit so niedrigen Zinsen, sollte man sich klar werden, dass sein Geld jedes Jahr aufgrund der Inflation weniger wert ist. Wenn du heute 100€ unter dein Kopfkissen legst, in der Hoffnung, dass sie nächstes Jahr immer noch 100€ wert sind, hast du dich geirrt. Aufgrund der Inflationsrate von durchschnittlich 2%, ist dein Geld nach einem Jahr nur noch 98€ wert. Nach 10 Jahren sind es sogar nur noch 81€. Und wenn du das ganze mal auf 1000€ oder sogar 10.000€ hochrechnest, wirst du erkennen, dass es nichts bringt sein Geld liegen zu lassen. Investiere stattdessen lieber in Aktien und ETFs und kassiere eine durchschnittliche Rendite von 7%. Klar, nach Inflationsabzug sind es nur noch 5%. Aber immerhin!

Wo kann man Aktien kaufen?

Aktien werden gewöhnlich über die Börse, also dem Handelsplatz zwischen Käufer und Verkäufer von Aktien, gekauft bzw. verkauft. Sie können aber auch außerbörslich erworben werden, um z.B. Gebühren der Börse zu sparen oder falls es eine Aktie an der Börse gar nicht zu kaufen gibt, wenn diese gewisse Voraussetzungen der Börse nicht erfüllt. Diese Aktien kauft man dann direkt über die Bank oder den Broker.

Warum du keine Angst vor Aktien haben solltest

Wenn man vor der älteren Generation das Wort „Aktien“ in den Mund nimmt, wird man sofort als Zocker abgestempelt. Der Grund hierfür liegt in der Vergangenheit. Während der Dotcom Blase im Jahre 2000 haben viele Menschen in Deutschland Telekom Aktien gekauft. Dieser Hype ist zu vergleichen mit dem Bitcoin Hype 2017. Als die Blase dann platzte, haben viele Menschen sehr viel Geld verloren. Viele haben sich sogar so stark verschuldet, dass ihre gesamte Existenz bedroht war.

Seitdem haben sich die Leute nicht mal mehr auch nur in die Nähe der Börse begeben. Wenn das Wort „Aktien“ fällt, kommen nämlich genau diese Erinnerungen hoch. Jetzt kommen wir aber zum großen Aber:

Hätten diese Menschen nicht ihr ganzes Geld – in der Hoffnung auf das große Geld – in eine Aktie gesteckt, hätten die anderen Aktien im Depot den Absturz der Telekom Aktie „abgefedert“. Hier gilt: „Nie alle Eier in einen Korb legen“ – eine der goldenen Börsenregeln.

Zu den goldenden Börsenregeln kommen wir aber erst später.

Die Dividende

Dividenden sind Gewinnanteile. Unternehmen können sich frei dafür entscheiden, ob sie diese auszahlen möchten oder nicht.

Klären wir erst einmal, warum ein Unternehmen keine Dividende zahlen könnte. Ein Grund gegen eine Dividende könnte die Hoffnung auf höhere Renditen sein, wenn man das Geld im Unternehmen belässt und es lieber für Investitionen nutzt. Das wirkt sich meistens positiv auf den Aktienkurs und somit auch auf die Rendite der Aktionäre aus. Die Aktionäre versprechen sich hiervon nämlich zukünftig höhere Gewinne des Unternehmens. Denn wenn es dem Unternehmen finanziell gut geht, sehen Aktionäre eine gute Einstiegsmöglichkeit und investieren dementsprechend. Es könnte aber auch ein Grund sein, dass das Unternehmen schlichtweg keine Gewinne erzielt und somit auch keine Gewinnbeteiligung auszahlen kann.

Wenn Unternehmen sich dazu entscheiden, Gewinnanteile zu zahlen, führt dies dazu, dass sich die Aktionäre fair behandelt fühlen, sich so mehr als Teil des Unternehmens sehen und deshalb ihre Aktien halten. Das wirkt sich wiederum gut auf den Aktienkurs des Unternehmens aus, da weniger Angebot vorhanden ist.

Weiter gehts im nächsten Part

Im zweiten Teil geht es um Fonds und ETFs. Hier kommst du direkt zu Teil 2.

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